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Neue Daten zur Leistenbruch-OP: Registeranalyse unter Leitung des Marien Hospital Düsseldorf veröffentlicht

Kann eine bestimmte Netzvariante das Rückfallrisiko nach Leistenbruch-OP senken? Eine aktuelle wissenschaftliche Analyse unter der Leitung von Dr. Konstantinos Zarras, Chefarzt der Klinik für Viszeral-, Minimalinvasive und Onkologische Chirurgie sowie Leiter des Referenzzentrums für Hernienchirurgie am Marien Hospital Düsseldorf, liefert neue Impulse für die Diskussion um die sogenannte Slit-Mesh-Technik.

Die in der Fachzeitschrift Hernia veröffentlichte Arbeit basiert auf einer gemeinsamen Auswertung von im Voraus gesammelten Daten mehrerer Kliniken (oder multizentrischen Auswertung prospektiv dokumentierter Registerdaten) aus dem Herniamed-Register – einem deutschsprachigen Qualitätsregister mit über 700.000 dokumentierten Leistenhernienoperationen.

Verglichen wurden dabei zwei Varianten des verwendeten Netzes bei laparoskopischen Eingriffen (TEP oder TAPP):
1. geschlitzte Netze (Slit Mesh), die um den Samenstrang gelegt werden,
2. und Netze ohne Schlitz.

Die beiden Gruppen wurden mittels propensity score matching, also einer statistischen Methode, die vergleichbare Patientengruppen schafft, in Bezug auf Alter, Geschlecht, Befundmerkmale, Begleiterkrankungen und OP-Technik einander angeglichen.

Zentrales Ergebnis
In die Analyse flossen 1.028 gematchte Patientenpaare ein. Nach einem Jahr zeigte sich eine signifikant niedrigere Rückfallrate bei den Patienten mit Slit Mesh (0,6 %) im Vergleich zur Kontrollgruppe (1,8 %). Bei den übrigen untersuchten Parametern – etwa chronische Schmerzen, Komplikationen oder Reoperationen – ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen.

Einordnung der Ergebnisse
Die Verwendung geschlitzter Netze wird bislang kontrovers diskutiert und in bestehenden Leitlinien nicht standardmäßig empfohlen. Die nun vorliegenden Daten stellen diese Einschätzung infrage:

„Unsere Analyse zeigt, dass die Slit-Mesh-Technik bei endoskopischer Leistenhernienversorgung mit einer signifikant niedrigeren Rezidivrate einhergeht – ohne nachteilige Effekte auf die Patientensicherheit“, so Dr. Konstantinos Zarras. „Das ist ein Anstoß, etablierte Empfehlungen neu zu bewerten.“

Die Arbeit trägt dazu bei, eine bislang kontrovers geführte Diskussion auf Grundlage valider Daten zu versachlichen. Weitere Studien – idealerweise randomisiert – sind erforderlich, um die Ergebnisse langfristig zu bestätigen und eine Anpassung der Leitlinie zu erreichen.

Zur Originalpublikation in Hernia (2025)

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