Was ist Darmkrebs?
Anatomie und Funktion des Dickdarms
Der Dickdarm liegt größtenteils in der Bauchhöhle und umrahmt die Dünndarmschlingen. Er beginnt im rechten Unterbauch, nimmt den Speisebrei aus dem Dünndarm auf, transportiert ihn weiter, speichert ihn im Mastdarm und scheidet ihn letztlich aus. Dabei entzieht er dem Speisebrei weiteres Wasser und reguliert den Ionen-Haushalt. Eine wichtige Rolle spielt die Darmflora – die Bakterien des Dickdarms.
Was ist Darmkrebs?
Darmkrebs – auch Kolorektalkarzinom genannt – umfasst bösartige Tumoren im Dickdarm (Kolonkarzinom) und Mastdarm (Rektumkarzinom). Darmkrebs entwickelt sich aus den Drüsenzellen der Darmschleimhaut und gehört daher zu den Adenokarzinomen.
- Kolonkarzinom: Dickdarmkrebs
- Rektumkarzinom: Mastdarmkrebs (auch Enddarmkrebs genannt)
- Kolorektales Karzinom: Sammelbegriff für Dickdarm- und Mastdarmkrebs
Häufigkeit
In der überwiegenden Zahl der Fälle tritt die Erkrankung nach dem 50. Lebensjahr auf. Erblich bedingte Darmkrebserkrankungen können jedoch bereits in jungen Jahren auftreten. Laut des Zentrums für Krebsregisterdaten am RKI lag die Zahl der Neuerkrankungen im Jahr 2020 bei rund 55.000 – davon 24.240 Frauen und 30.530 Männer. Damit ist Darmkrebs bei Frauen die zweithäufigste und bei Männern die dritthäufigste Krebserkrankung in Deutschland.
Mehr als die Hälfte aller Darmtumoren findet man im letzten Darmabschnitt – im Mastdarm und dem angrenzenden Sigma.
Ursachen
- Sporadische Tumoren (70 %): Entstehen meist aus Adenomen – zunächst gutartige Schleimhautpolypen, die sich über Jahre zu bösartigen Tumoren entwickeln können
- Familiäre Belastung (25 %): Darmkrebs in der Familie ohne klare genetische Ursache
- Hereditäre (erbliche) Form (5 %): Genetisch bedingte Darmkrebserkrankung



