Behandlungsspektrum
MODERNE MEDIZIN MIT FÜRSORGLICHER VERSORGUNG
Die Klinik für Viszeral-, Minimalinvasive und Onkologische Chirurgie führt jährlich rund 2.500 Operationen durch. Minimal-invasive Verfahren sind dabei Standard – laparoskopisch oder robotisch-assistiert mit dem da Vinci-System. Die Entscheidung für das optimale Verfahren wird individuell getroffen: klinisch begründet, leitliniengerecht, im persönlichen Gespräch mit Ihnen.
Onkologische Chirurgie
Ein Schwerpunkt unserer Klinik liegt in der Tumorchirurgie. Behandelt wird das vollständige Spektrum gut- und bösartiger Tumoren der Viszeral- und Allgemeinchirurgie – mit besonderem Fokus auf Tumoren des Dick- und Mastdarms, des Magens und der Bauchspeicheldrüse. Alle onkologischen Befunde werden im wöchentlichen interdisziplinären Tumorboard besprochen – gemeinsam mit Onkologie, Radiologie, Strahlentherapie und Pathologie. Die Behandlung erfolgt leitliniengerecht und schließt bei Bedarf eine neoadjuvante Vorbehandlung durch Strahlen- und/oder Chemotherapie ein.
Darmkrebs entsteht meist aus zunächst gutartigen Polypen der Darmschleimhaut. Er ist die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland – und gleichzeitig bei frühzeitiger Erkennung gut behandelbar. Die Behandlung erfolgt operativ, bei Bedarf kombiniert mit Chemotherapie oder Bestrahlung. Wir führen laparoskopische und Da Vinci-gestützte Resektionen von Dickdarm und Enddarm durch. Beim Rektumkarzinom profitiert die Operation besonders vom Da Vinci-System: Die enge Anatomie des kleinen Beckens erfordert präzise Dissektionsbewegungen, die robotisch-assistiert zuverlässiger gelingen als mit konventioneller Laparoskopie. Unser Darmkrebszentrum ist zertifiziert von der DKG. Zum DarmkrebsZentrum.
Magenkrebs bleibt lange symptomarm und wird häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Typische Spätsymptome sind Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit und Oberbauchbeschwerden. Die Behandlung ist multimodal: Wir führen laparoskopische oder offene Magenresektionen einschließlich totaler Gastrektomie durch, die perioperative Chemotherapie wird in Abstimmung mit der Onkologie geplant.
Die Leber ist häufigstes Zielorgan für Metastasen – insbesondere bei Darmkrebs. Wenn Lage und Anzahl es erlauben, ist eine Leberresektion mit kurativem Ansatz möglich. Ergänzend steht die intraoperative Hochfrequenz-Thermoablation (HFTA) zur Verfügung, mit der nicht resektable Metastasen gezielt zerstört werden können.
Bei bestimmten Tumorerkrankungen – insbesondere Darmkrebs – können Metastasen in der Lunge operativ entfernt werden. Wir führen diese Eingriffe mit der Video-assistierten thorakoskopischen Technik (VATS) minimal-invasiv durch.
Tumore der Bauchspeicheldrüse werden häufig spät erkannt, da sie lange keine eindeutigen Beschwerden verursachen. Mögliche Hinweise sind neu aufgetretene Gelbsucht, Gewichtsverlust oder ein neu diagnostizierter Diabetes. Bei operablen Befunden ist die chirurgische Resektion die einzige kurative Option. Wir führen die Whipple-Operation (Pankreatikoduodenektomie), distale Pankreatektomie und Enukleationen durch – in enger Einbindung von Gastroenterologie und Onkologie.
Resektionen bei malignen Befunden, Nebenschilddrüsenexstirpation bei Hyperparathyreoidismus. Intraoperatives Neuromonitoring des Nervus recurrens ist Standard.
Weichteiltumoren des Bauchraums und der Bauchdecke können gut- oder bösartig sein. Die chirurgische Resektion mit ausreichendem Sicherheitsabstand ist die Therapie der Wahl; die weitere Behandlung wird im Tumorboard festgelegt.
Minimalinvasive Chirurgie
Neben der robotisch-assistierten Chirurgie führen wir das gesamte laparoskopische Spektrum durch – bei gutartigen wie onkologischen Erkrankungen. Patienten profitieren von weniger Schmerzen, geringerer Komplikationsrate, kürzerer Krankenhausverweildauer und schnellerer Rückkehr in den Alltag (Fast-Track-Chirurgie).
Eine Hernie entsteht, wenn Bauchinhalt durch eine Lücke in der Bauchdecke nach außen tritt. Typische Formen sind die Leistenhernie – besonders häufig bei Männern –, die Nabelhernie und die Narbenhernie nach Voroperationen. Hernien sollten operiert werden, bevor es zu einer Einklemmung kommt. Wir führen laparoskopische und da Vinci-gestützte Hernienversorgungen durch. Bei Leistenhernien bevorzugen wir die endoskopische TEP (total extraperitoneale Plastik), Narbenhernien werden je nach Größe laparoskopisch (IPOM) oder offen mit Netzimplantation versorgt. Unsere Klinik ist zertifiziertes Referenzzentrum für Hernienchirurgie.
Beim gastroösophagealen Reflux fließt Magensäure in die Speiseröhre zurück – oft bedingt durch einen geschwächten Schließmuskel oder einen Zwerchfellbruch (Hiatushernie). Typische Beschwerden sind Sodbrennen, saures Aufstoßen und Schmerzen hinter dem Brustbein. Wenn Medikamente nicht ausreichend helfen, ist eine operative Korrektur möglich. Wir führen die laparoskopische oder Da Vinci-gestützte Fundoplikatio (Nissen, Toupet) durch. Zum Kompetenzzentrum Sodbrennen
Gallensteine sind weit verbreitet. Verursachen sie Koliken, Entzündungen oder Komplikationen, ist die operative Entfernung der Gallenblase die Therapie der Wahl. Wir führen die laparoskopische Cholezystektomie in der Regel ambulant oder mit kurzem stationärem Aufenthalt durch.
Eine Entzündung des Blinddarms (Appendizitis) ist ein häufiger chirurgischer Notfall – typische Symptome sind Schmerzen im rechten Unterbauch, Übelkeit und Fieber. Wir entfernen den Blinddarm laparoskopisch.
Gutartige Erkrankungen der Speiseröhre – wie die Achalasie (Schluckstörung durch fehlende Erschlaffung des Schließmuskels) oder Divertikel – können laparoskopisch behandelt werden.
Milzerkrankungen (z.B. Milzzysten, hämatologische Erkrankungen) und Nebennierentumore werden laparoskopisch oder Da Vinci-gestützt entfernt.
Koloproktologie
Die Klinik bietet das gesamte Spektrum der diagnostischen und operativen Koloproktologie – konventionell und minimal-invasiv. Viele Eingriffe sind ambulant möglich.
Hämorrhoiden sind vergrößerte Gefäßpolster im Analkanal. Typische Beschwerden sind Juckreiz, Brennen, Nässen oder Blutungen beim Stuhlgang. Je nach Schweregrad stehen konservative und operative Therapien zur Verfügung: Gummibandligatur, Hämorrhoidektomie, Stapler-Hämorrhoidopexie.
Analfisteln sind Verbindungsgänge zwischen dem Darminneren und der Hautoberfläche – sie entstehen meist aus einem Analabszess. Analfissuren sind schmerzhafte Einrisse in der Analschleimhaut. Wir behandeln alle Formen einschließlich sphinktererhaltender Verfahren, um die Kontinenz zu erhalten.
Beim Analprolaps tritt die Analschleimhaut oder der gesamte Enddarm nach außen vor. Analtumoren – überwiegend Plattenepithelkarzinome – werden in Abstimmung mit Onkologie und Strahlentherapie behandelt, oft primär ohne Operation.
Der Pilonidalsinus ist eine chronische Entzündung in der Steißbeinregion, häufig bei jüngeren Männern. Wir behandeln ihn mit offenen und geschlossenen Operationsverfahren.
Laparoskopische Rektopexie zur Wiederherstellung der anatomischen Lage.
Darmdivertikel sind kleine Ausstülpungen der Darmwand, vor allem im Sigma. Entzündliche Komplikationen (Divertikulitis) können Abszesse, Perforationen oder Fisteln verursachen. Wir behandeln akute Komplikationen und führen bei wiederkehrenden Beschwerden die elektive laparoskopische Sigmaresektion durch.
Frühe Rektumtumoren können mit der TEM schonend und schließmuskelerhaltend entfernt werden – als Alternative zur radikalen Resektion bei geeigneten Befunden.
Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind chronische Entzündungserkrankungen des Darms, die primär medikamentös behandelt werden. Bei Komplikationen – wie Abszessen, Fisteln, Stenosen oder medikamentöser Therapieresistenz – ist eine Operation notwendig. Wir führen Resektionen, Stomaanlagen und Kontinuitätswiederherstellungen durch.










