Krankheitsbilder
Die Urologie befasst sich mit Erkrankungen der Nieren, der Harnwege, der Prostata, der männlichen Genitalorgane und der kindlichen Urologie. Hier finden Sie verständliche Informationen zu den häufigsten Erkrankungen, die wir in unserer Klinik behandeln.
Urologische Krebserkrankungen
Prostatakrebs ist mit rund 67.000 Neuerkrankungen pro Jahr der häufigste Krebs des Mannes in Deutschland. Er wächst meist langsam und verursacht im Frühstadium keine Beschwerden. Der PSA-Test im Rahmen der Vorsorge kann ihn früh entdecken. Behandlungsmöglichkeiten sind operative Entfernung der Prostata, Strahlentherapie, hormonelle Therapie oder bei sehr langsam wachsenden Tumoren auch kontrolliertes Zuwarten (Active Surveillance).
Blasenkrebs entsteht meist aus dem Deckgewebe der Blasenwand (Urothel). Hauptrisikofaktor ist Rauchen. Typisches Symptom ist schmerzlose Blutbeimischung im Urin (Hämaturie). Je nach Eindringtiefe in die Blasenwand unterscheidet man oberflächlichen (nicht-muskelinvasiven) und tiefen (muskelinvasiven) Blasenkrebs – mit grundlegend unterschiedlichen Therapiekonzepten.
Nierenkarzinome machen sich lange durch keine Beschwerden bemerkbar – viele werden zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Im Frühstadium sind sie durch eine nierenerhaltende Operation gut heilbar. Das Nierenzellkarzinom spricht auf klassische Chemotherapie kaum an; moderne zielgerichtete Therapien und Immuntherapien haben die Prognose bei fortgeschrittener Erkrankung deutlich verbessert.
Hodentumore treten vor allem bei jungen Männern (20–40 Jahre) auf und zählen zu den am besten heilbaren Krebserkrankungen überhaupt. Eine regelmäßige Selbstuntersuchung ist die wirksamste Früherkennungsmaßnahme. Bei neu aufgetretenem, schmerzlosen Hodenknoten sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.
Diese seltenen Tumoren gehen vom Deckgewebe des Nierenbeckens oder Harnleiters aus. Sie werden häufig durch Blut im Urin auffällig. Die Behandlung richtet sich nach Stadium und Lage.
Der Peniskrebs ist eine seltene Erkrankung. Mögliche Warnzeichen sind nicht heilende Geschwüre, Verhärtungen oder Hautveränderungen am Penis. Früh erkannt, ist er gut behandelbar.
Tumoren der Nebenniere können hormonaktiv (z. B. Phäochromozytom, Conn-Adenom) oder hormoninaktiv sein. Sie werden laparoskopisch entfernt und erfordern eine enge endokrinologische Mitbetreuung.
Gutartige urologische Erkrankungen
Ab dem 50. Lebensjahr vergrößert sich die Prostata bei den meisten Männern. Eine vergrößerte Prostata kann die Harnröhre einengen und zu Miktionsbeschwerden führen: schwacher Strahl, häufiges Wasserlassen, nächtliches Aufstehen, das Gefühl unvollständiger Blasenentleerung. Behandelt wird zunächst mit Medikamenten; wenn diese nicht ausreichen, bieten wir verschiedene operative Verfahren an.
Nierensteine entstehen, wenn harnpflichtige Substanzen (v.a. Kalzium, Oxalat, Harnsäure) in zu hoher Konzentration auskristallisieren. Ein akuter Nierensteinanfall verursacht stärkste, wellenartige Schmerzen (Nierenkolik). Kleine Steine gehen häufig von selbst ab; größere oder festsitzende Steine behandeln wir mit Stoßwellen (ESWL) oder endoskopisch.
Ungewollter Urinverlust betrifft Frauen und Männer – häufig als Folge von Geburten, Prostataoperationen oder im Alter. Man unterscheidet die Belastungsinkontinenz (Verlust bei Husten, Niesen, Sport), die Dranginkontinenz (plötzlich starker Harndrang) und Mischformen. Die Behandlung richtet sich nach Typ und Schweregrad.
Wiederkehrende Harnwegsinfektionen (Zystitis, Pyelonephritis) sind häufig und können chronisch werden. Wir klären die Ursache ab und entwickeln ein individuelles Prophylaxekonzept.
Erektionsstörungen können organische Ursachen haben (Gefäßerkrankungen, Diabetes, hormonelle Störungen) oder psychisch bedingt sein – häufig ist es beides. Wir führen eine gezielte Diagnostik durch und bieten ein abgestuftes Therapieprogramm an, das von der Medikamentengabe bis zur Penisprothese reicht.
Beim Hodenhochstand liegt ein oder beide Hoden nicht im Hodensack. Er sollte im ersten Lebensjahr operativ behandelt werden, um Fruchtbarkeit und Krebsvorsorge zu gewährleisten.
Eine zu enge Vorhaut kann konservativ (Kortisonsalbe) oder operativ (Zirkumzision, plastische Erweiterung) behandelt werden.


