Pflege ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine anspruchsvolle Profession. Sie erfordert fachliche Kompetenz, klinisches Denken, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, komplexe Versorgungsprozesse aktiv zu steuern. Genau diese Kompetenzen stehen im Mittelpunkt des Projekts auf der internistischen Station 2a des Marien Hospital Düsseldorf.
Für einen Zeitraum von drei Wochen übernehmen die angehenden Pflegefachpersonen unter realen Bedingungen die Verantwortung. Sie betreuen die Patientinnen und Patienten eigenständig, übernehmen Aufnahmen und Entlassungen, die Planung, Durchführung und Dokumentation der Pflegemaßnahmen und koordinieren Pflegeprozesse ebenso wie diagnostische Untersuchungen und therapeutische Abläufe. Dabei arbeiten sie eng mit Ärztinnen und Ärzten sowie weiteren Berufsgruppen zusammen.
Auch für die Patientinnen und Patienten bedeutet das Projekt einen konkreten Mehrwert. Sie werden im Vorfeld über das Projekt informiert und erleben eine besonders transparente Pflege. Entscheidungswege werden erklärt, pflegerische Maßnahmen nachvollziehbar geplant und die Kontinuität der Versorgung gezielt sichergestellt. Darüber hinaus sind die Patientinnen und Patienten aktiv in das Projekt eingebunden: Durch Rückmeldungen und Befragungen tragen sie zur Evaluation und Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgungsqualität bei.
Das Projekt macht sichtbar, was professionelle Pflege auszeichnet: reflektierte Entscheidungsfindung, Prioritätensetzung im komplexen Klinikalltag und die aktive Gestaltung von Versorgungsqualität. Die Auszubildenden handeln eigenständig innerhalb eines klar definierten und abgesicherten Rahmens. Eine examinierte Pflegefachperson ist während des gesamten Projekts anwesend und steht beratend zur Seite und greift bei Bedarf unterstützend ein. Ergänzend begleiten Praxisanleitung und Bildungskoordination die Auszubildenden durch strukturierte Reflexionsprozesse – ohne ihnen die Verantwortung abzunehmen.
„Pflegefachpersonen sind zentrale Akteure im Krankenhaus. Sie steuern Pflegeprozesse, tragen Verantwortung für Qualität und haben einen entscheidenden Einfluss auf die Versorgung der Patientinnen und Patienten“, sagt Julia Taubitz, Bildungskoordinatorin am Marien Hospital Düsseldorf. „In diesem Projekt erleben die Auszubildenden, was professionelle Pflege bedeutet: Entscheidungen reflektiert zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und Versorgungsqualität aktiv mitzugestalten.“
Angesichts steigender Versorgungsbedarfe, zunehmender Komplexität im Klinikalltag und des Fachkräftemangels ist das Projekt auch von hoher zukunftsstrategischer Bedeutung. Es bereitet angehende Pflegefachpersonen gezielt auf die reale berufliche Verantwortung vor, stärkt Handlungssicherheit, Koordinationskompetenz und berufliche Identität und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung einer qualitativ hochwertigen Patientenversorgung.
Das Projekt „Auszubildende leiten eine Station“ ist ein fester Bestandteil des Ausbildungskonzepts am Marien Hospital Düsseldorf. Es steht für eine Pflegeausbildung, die Verantwortung nicht simuliert, sondern bewusst überträgt. Die Auszubildenden werden gefordert, ernst genommen und praxisnah auf ihre zukünftige Rolle als professionelle Pflegefachpersonen vorbereitet – im engen Dialog mit Patientinnen und Patienten und mit Blick auf die Anforderungen einer zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung.



























