Insbesondere bei der Behandlung von linksseitigem Brustkrebs und Lungenkrebs kommt die atemgesteuerte Bestrahlung routinemäßig zum Einsatz. Durch das tiefe Einatmen entsteht zwischen der Brustwand oder dem Lungentumor und dem Herzen eine größere Distanz. Die Bestrahlung erfolgt dann nur in der Atemphase, während die Distanz am größten ist. Durch dieses Manöver kann die Dosis am Herzen größtmöglich reduziert werden.
Die äußere Strahlenbehandlung erfolgt durch sogenannte Linearbeschleuniger, die Röntgenstrahlen in therapeutischer Dosierung abgeben. Die Vorbereitung für eine exakte Bestrahlung kann bis zu zwei Wochen dauern. Die Strahlentherapie erfolgt werktäglich und dauert zwischen drei und neun Wochen.
Als erster Schritt erfolgt eine Planungs-Computertomografie, bei der der Patient eine Hautmarkierung erhält. Nach Bearbeitung des Planungs-CT durch Ärzte erfolgt die Anfertigung eines Bestrahlungsplanes durch die Medizinphysik. Jeder Bestrahlungsplan wird individuell für jeden einzelnen Patienten hergestellt. Durch eine moderne Bestrahlungsplanung werden die zu behandelnden Körperregionen mit einer höheren Dosierung versorgt und Organe wie Lunge, Blase oder Darm von der Bestrahlung abgeschirmt. Hierzu werden verschiedene Bestrahlungstechniken angewendet, deren Grundlage die sogenannte Intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT) ist.
Die Bestrahlung dauert pro Sitzung zwischen fünf und acht Minuten. Während der Therapie hat man lediglich das Betriebsgeräusch des Bestrahlungsgerätes, medizinisch genutzte Strahlen kann man nicht mit den Körpersinnen erfassen. Das Bestrahlungsgerät dreht sich während der Behandlung mehrfach um den Patienten. Sollten sich im Verlauf der Therapie Befindlichkeitsstörungen einstellen, ist ein Arzt für die Besprechung oder Untersuchung und deren Therapie immer erreichbar. Nach dem Abschluss der Behandlung findet immer ein Abschlussgespräch und eine orientierende Untersuchung statt. Nach der Strahlentherapie begibt sich der Patient in die fachärztliche Krebsnachsorge.