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Im medizinischen Notfall erreichen Sie uns Tag + Nacht über unsere Notaufnahme. Im Notfall wählen Sie 112. Für nicht dringliche Beschwerden empfehlen wir, zunächst Ihre Hausarztpraxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) zu kontaktieren. So bleibt die Notaufnahme für schwer erkrankte Patienten verfügbar. Informationen zum Leistungsangebot des Marien Hospital Düsseldorf finden Sie hier.

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Patientenbereich Schwangerschaft

Liebe Eltern, liebe Mütter

Vor Ihnen liegt eine spannende Zeit, in der Sie sich immer besser kennenlernen. Damit die nächsten Tage möglichst stressfrei verlaufen, möchten wir einige wichtige Punkte noch einmal zusammenfassen.

1. Trinkt das Baby genug?

In den ersten Wochen sollte Ihr Baby etwa 8 bis 12 oder mehr Stillmahlzeiten in 24 Stunden zu sich nehmen.

Gute Anhaltspunkte für eine ausreichende Trinkmenge sind:

  • 5 – 6 schwere nasse Windeln pro Tag 
  • mindestens 2 Windeln mit Stuhlgang pro Tag
  • weiche geschmeidige Haut

Ab der 6. Lebenswoche ändern sich die Stuhlausscheidungen. Sie können häufiger oder seltener werden. Ihr Baby sollte das Geburtsgewicht nach 7 bis 10 Tagen wieder erreicht haben und anschließend mindestens 170 g pro Woche zunehmen. Nach etwa 4 Monaten hat es das Geburtsgewicht verdoppelt und nach einem Jahr verdreifacht. Die WHO empfiehlt ausschließliches Stillen für 6 Monate. Anschließend beginnt die Einführung der Beikost. Dabei stillen Sie weiter bis zum 2. Lebensjahr oder so lange Sie mögen.

 

2. Die sichere Schlafumgebung für ein Baby

Wenn Ihr Kind alleine schläft, sollte es immer im eigenen Bett in Rückenlage im Schlafsack liegen. Bitte kein Kopfkissen, Nestchen oder Kuscheltiere ins Bett legen. Das Schlafzimmer soll nicht überheizt werden. Eine rauchfreie Umgebung ist wichtig.

3. Vorsorgeuntersuchungen 

In der Regel haben die ersten beiden Vorsorgeuntersuchungen, U1 und U2, im Krankenhaus stattgefunden. 
Der Zeitraum für den nächste Termin zur U3 steht auf dem gelben Untersuchungsheft. Rufen Sie bereits in den nächsten Tagen in der von Ihnen gewählten Kinderarztpraxis an, um einen Termin dafür zu vereinbaren.

4. D-Fluoretten®

Die Kinderärztliche Vereinigung empfiehlt die tägliche Gabe von Vitamin D und Fluor ab dem 8. Lebenstag für mindesten ein Jahr.

 

Unsere Hebammennachsorge / Stillgruppe / Stillambulanz

Eine Nachsorgehebamme hilft Ihnen in der ersten Zeit zuhause. Ihre Krankenkasse übernimmt die Kosten dafür. Zusätzlich bleiben wir im Marien Hospital gerne Ansprechpartner für Sie und Ihr Baby. Einmal pro Woche findet unsere Stillgruppe statt, zu der Sie herzlich eingeladen sind. Sie wird von einer unserer Stillberaterinnen begleitet. Es entstehen Ihnen keine Kosten. Sollten Sie den Wunsch nach einer Einzelberatung haben, können Sie nach Terminabsprache unsere Stillambulanz aufsuchen. Dies ist eine IGeL Leistung (45 €). 
Bei Fragen, Problemen oder zu Terminabsprachen können Sie uns gerne jederzeit kontaktieren. Telefon: 0211 4400-2323.                              


Die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Kinderhilfswerk UNICEF starteten 1991 das internationale Programm „Babyfreundliches Krankenhaus“ um das Stillen in Geburtskliniken zu fördern. Das Marien Hospital Düsseldorf hat sich 2007 der Initiative angeschlossen und ist seit 2009 zertifiziert. Die WHO empfiehlt ausschließliches Stillen in den ersten 6 Monaten, neben geeigneter Bei- und Familienkost bis zu einem Alter von 2 Jahren und darüber hinaus solange es Mutter und Kind wollen. Gerne möchten wir Sie und Ihre Familie in den ersten Tagen des Wochenbetts begleiten. Wir hoffen, dass Sie sich während dieser Zeit bei uns wohl fühlen. Sie sollen Sicherheit im Umgang mit Ihrem Kind gewinnen und glücklich nach Hause gehen. 

Wir informieren Sie in den nächsten Tagen über die richtige Ernährung Ihres Kindes und geben Ihnen Sicherheit im Umgang mit dem Neugeborenen.

Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie uns an!  Das gesamte Team der Geburtshilfe wünscht Ihnen und Ihrer Familie einen gesunden und glücklichen Start in die neue Zukunft.

 

 


Unsere Schwerpunkte

Als zertifizierte Geburtsklinik seit 2009, legen wir besonderen Wert auf folgende Schwerpunkte:

Bindungsförderung durch Hautkontakt (Bonding)
Wir ermöglichen Ihnen - ungestört von Klinikroutinen - das erste Kennenlernen mit Ihrem Baby. Das Klinikpersonal ermutigt Sie zu viel Hautkontakt.

Unterstützung der Mütter beim Stillen von Anfang an
Gerade in der Anfangsphase und wann immer Sie es wünschen unterstützen wir Sie Ihr Kind zu stillen.

Stillberatung in der Schwangerenvorsorge
Schon bei der Anmeldung zur Geburt informieren wir Sie zum Thema Stillen.

Geschultes Klinikpersonal 
Speziell geschultes Personal begleitet und berät Sie in dieser wichtigen ersten Zeit mit Ihrem Baby. Sie lernen, wie Sie Ihr Kind beim Stillen korrekt anlegen und wie Sie die Milchbildung aufrechterhalten können, falls Sie einmal von Ihrem Kind getrennt sein sollten.

24-Stunden-Rooming-in
Im Marien Hospital können Sie rund um die Uhr mit Ihrem Kind zusammen sein. Das erleichtert das erste Kennenlernen und Sie können Ihrem Kind bei Bedarf die Brust geben. Auch die Stillroutine stellt sich dann leichter ein.

Förderung Stillen und Bonding bei Kaiserschnitt 
Wir ermöglichen Ihnen auch nach der Operation Hautkontakt mit Ihrem Baby zu haben und helfen Ihnen, baldmöglichst zu stillen.

Keine Werbung für Muttermilchersatz 
Wir verteilen keine Proben von Babynahrung, künstlichen Saugern oder Flaschen an junge Eltern.

Objektive Informationen zur Babyernährung
Bei uns erhalten Sie objektive und aktuelle Informationen zur Babyernährung. 

Stillhotline 
Auch nach der Entlassung können Sie sich bei Fragen und Problemen jederzeit an uns wenden.

Stillgruppe und Stillambulanz
Die Stillgruppe trifft sich regelmäßig unter der Leitung einer erfahrenen Stillberaterin. Sollten Sie den Wunsch nach einer Einzelberatung haben, können Sie nach Terminabsprache unsere Stillambulanz aufsuchen.  


Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, …

  • … die Richtlinien zum erfolgreichen Stillen regelmäßig allen Mitarbeitern nahezubringen.
  • …dass alle Mitarbeiter, gemäß den Richtlinien von WHO und UNICEF, kontinuierlich theoretisch und praktisch weitergebildet werden.
  • …dass alle schwangeren Frauen über die Bedeutung der Muttermilchernährung und über die Praxis des Stillens bereits im Vorfeld informiert werden.
  • … Mütter zu unterstützen, ihr Kind innerhalb der ersten Stunden nach der Geburt anzulegen.
  • … Mütter zu unterstützen, wie sie das korrekte Anlegen erlernen können; ihnen zu erklären, wie sie die Milchproduktion erhalten können, auch, falls sie zeitweise von ihrem Kind getrennt sein sollten.
  • …soweit keine medizinische Indikation vorliegt, den Kindern keine anderen Flüssigkeiten oder Nahrungen, als Muttermilch zu verabreichen. 
  • … Müttern das 24-Stunden Rooming-in zu empfehlen und zu ermöglichen. 
  • …dass das Kind nach Bedarf, von Anfang an auch nachts gestillt wird; die Mutter so ihr Neugeborenes gut kennenlernen und auf seine individuellen Bedürfnisse eingehen kann.
  • … keine Schnuller oder Gummisauger auszugeben. 
  • …die Mütter auf Stillgruppen und Vereine hinzuweisen, die das Stillen unterstützen.

Bedeutung der Muttermilchernährung

Stillen ist für Mutter, Kind und die Gesellschaft von Vorteil, denn Muttermilch ist das wertvollste und natürliche Nahrungsmittel für das Neugeborene und den heranwachsenden Säugling.
Muttermilch setzt sich immer wieder neu zusammen und passt sich dem Bedarf Ihres heranwachsenden Säuglings an. Ihre Inhaltsstoffe ändern sich im Verlauf des Tages und der Monate. Muttermilch ist von Anfang an genau auf den Bedarf Ihres Babys abgestimmt.

Muttermilch und ihre Vorteile

Stillen verringert das Risiko für das Kind, an Magen-Darm-Infektionen, Mittelohrentzündungen, Atemwegsinfektionen, Harnwegsinfektionen, Hautausschlägen und Ekzemen zu erkranken. Über die Stillzeit hinaus wirkt sich das Stillen positiv auf Ihr Kind aus. Es beugt chronischen Erkrankungen vor, z.B. Allergien und Asthma. Es bietet einen effektiven Schutz gegen Übergewicht und Diabetes Typ II. Durch das Stillen werden Mund und Kiefermuskulatur optimal gefördert und es befriedigt das Saugbedürfnis eines Kindes. Stillen verringert das Risiko eines plötzlichen Kindstodes und einer Leukämieerkrankung im Kindesalter. Der enge Hautkontakt mit der Mutter spricht alle Sinne des Kindes an, unterstützt die Bindung und fördert die geistige und seelische Entwicklung.

Stillen hilft auch Ihnen als Mutter. Die Gebärmutter bildet sich schneller zurück. Der Blutverlust ist somit nach der Geburt geringer.  Häufiges Stillen fördert diese Rückbildungsprozesse. Die initiale Brustdrüsenschwellung („Milcheinschuss“) verläuft in der Regel sanfter und schmerzfreier, Milchstau und Brustentzündungen (Mastitis) treten viel seltener auf.  Stillende Mütter haben einen erhöhten Kalorienbedarf, dadurch verlieren sie leichter das in der Schwangerschaft erworbene Gewicht. Stillen vermindert das Brustkrebs-, Gebärmutter- und Eierstockkrebsrisiko. Zudem sinkt das Risiko Diabetes Typ II oder Herz-Kreislauf Erkrankungen zu entwickeln.

  • spart Kosten, denn Muttermilch ist jederzeit und überall in ausreichender Menge und Temperatur verfügbar. Die Kosten für Säuglingsersatznahrung, Flaschen und Sauger entfallen.
  • spart Zeit, denn Einkaufen, Zubereiten und Nachbereiten von künstlicher Babynahrung entfällt.
  • spart Verpackungsmaterial, somit Energie, Rohstoffe und Abfall, bei hygienisch einwandfreier Aufbewahrung.

Weitere Informationen

Bonding meint eine sich entwickelnde emotionale Bindung zwischen Eltern und Kind. Bonding ist eine sehr wichtige und schöne Erfahrung für Mutter oder Vater und Kind, die nicht nur direkt nach der Entbindung stattfinden sollte, sondern immer wieder.

Liebe und Verbundenheit zu erleben ist das Wichtigste für Ihr Kind. Dabei spielen direkter Hautkontakt, Blickkontakt, Sprache und Zärtlichkeiten eine wichtige Rolle und prägen seine zukünftige Entwicklung. Auch Ruhe, Wärme und eine entspannte Atmosphäre wirken sich positiv aus.

Wir möchten diese Zeit für Sie und Ihr Kind so ruhig und ungestört wie möglich gestalten.

Ihr Neugeborenes wird Ihnen nach der Geburt auf den Bauch gelegt. Dort kann es sich von den Strapazen der Geburt erholen und sein Stoffwechsel stabilisiert sich. Im Hautkontakt wird beim Kind und bei der Mutter Stress abgebaut. Von dort aus sucht das Baby den Weg zur Brust. Das ist ein natürlicher Reflex, mit dem das Baby geboren wird. Hautkontakt macht das Kind unempfindlicher gegen äußere Keime. Damit passt sich das Baby leichter an seine neue Umgebung an. Erst nachdem Sie und Ihr Kind nach der Geburt ausreichend Zeit hatten, sich zu fühlen, zu sehen, sich kennenzulernen, wiegen und messen wir Ihr Kind. Auch nach einer Kaiserschnittentbindung wird Ihnen die die Möglichkeit gegeben, Ihr Kind zu bonden.

Diesen innigen Hautkontakt sollten Sie immer wieder herstellen. Die positiven Effekte bleiben wertvoll und hilfreich.

 

Stillzeichen

Individualität zeigt sich mit der Geburt. Jedes Kind verhält sich anders. Zeigt sich ein Neugeborenes weniger temperamentvoll, heißt das nicht, dass es seine Bedürfnisse nicht äußert. Dies geschieht zum Beispiel im Schlaf. Dazu zählen „Stillzeichen“ wie:

  • Augenrollen
  • Schmatzlaute
  • Saugen
  • Lecken der Lippen
  • Führen der Fingerchen zum Mund
  • Bewegungen von Kopf und Körper, Unruhe

 

Schreien ist das letzte Stillzeichen!

Oftmals schreien Kinder gar nicht, sondern ziehen sich in den Schlaf zurück.

Es ist schwer, ein schreiendes Kind an die Brust anzulegen. Erkennen Sie eines der genannten Stillzeichen, scheuen Sie sich nicht, ihr Kind zum Beispiel durch Wickeln zu wecken und danach anzulegen. Ein sehr schläfriges Kind zieht man ggf. aus und bringt es in Hautkontakt.

Häufige Stillmahlzeiten fördern die Hormonproduktion zur Milchbildung und Milchentleerung.

Der Magen Ihres Kindes ist sehr klein, diese Menge ist schnell verdaut und sollte zügig wieder „aufgefüllt“ werden. 

 

Stillfrequenzen und Stilldauer

Stillen Sie ihr Kind nach Bedarf. Es sollte so oft und so lange trinken dürfen wie es möchte. Sollte Ihre Brust einmal spannen, dürfen Sie ihr Kind gerne aufwecken, dann wird nach dem Bedarf der Mutter gestillt.

  • 8 – 12 Mal stillen in 24 Stunden oder auch häufiger ist absolut normal.

In den ersten Wochen möchten viele Babys, besonders abends und nachts, sehr oft und nur mit kurzen Pausen stillen. Das ist ein natürliches Verhalten und deutet nicht auf zu wenig Milch hin. Dieses Verhalten nennt man Cluster-Feeding. Dadurch wird die Milchproduktion besonders gut angeregt und die Milchmenge gesteigert.

Diese Zeit kann sehr anstrengend sein. Doch seien Sie gewiss, sie ist von kurzer Dauer und völlig normal. Später passen sich das Stillverhalten von Mutter und Kind automatisch aneinander an.

 

Kindliche Gewichtsentwicklung

In den ersten Lebenstagen verliert Ihr Kind an Gewicht. Das darf Sie nicht beunruhigen; es ist völlig normal. Das Kind kann bis zu 7% seines Körpergewichts verlieren.

Ihr Kind wird mit einem „Flüssigkeitsdepot“ geboren, das es vor dem Austrocknen bewahrt, bis die Muttermilch reichlicher fließ. Auch Urin und Stuhlausscheidungen reduzieren das anfängliche Gewicht.

 

Damit Sie Ihr Kind und seine Bedürfnisse kennenlernen, sollten Sie während des Klinikaufenthaltes nicht voneinander getrennt sein. Wir bieten Ihnen mit dem Rooming-In die Möglichkeit, ab dem ersten Tag mit Ihrem Kind immer zusammen zu sein. 

Bedeutung des 24 Stunden Rooming-in sind:

  • Schnelle Anpassung der kindlichen Stoffwechselvorgänge wie Temperatur und Blutzuckerspiegel 
  • Atmung und Puls stabilisieren sich schneller
  • Stillen nach Bedarf wird ermöglicht, somit rasche reichliche Milchbildung
  • Verhindert übervolle Brüste (Milcheinschuss verläuft sanfter)
  • Bonding wird gefördert
  • Selbstvertrauen der Mutter wird gestärkt
  • Mütter benötigen weniger Schmerzmittel
  • Mutter und Kind- Rhythmus spielt sich schneller ein
  • Auf Stillzeichen wird früh reagiert, das Baby schreit dadurch weniger, verliert somit weniger Energie und Gewicht, Neugeborenengelbsucht tritt seltener auf
  • Erhöhter Schutz vor Hospitalkeimen
  • Vertauschen des Babys ist nicht möglich

Für das Kind: Stillen, Muttermilchgabe und der Geruch von Muttermilch sind während und nach einem schmerzhaften medizinischen Eingriff, z.B. Blutentnahmen oder Impfungen, effektive Maßnahmen, um das Schmerzempfinden und den Stresslevel der Neugeborenen zu reduzieren.

Für die Mutter: Mütter benötigen bei häufigem Hautkontakt mit ihrem Kind weniger Schmerzmittel, da dadurch das Schmerzempfinden reguliert wird. Sollten Sie in den Tagen nach der Geburt Schmerzen haben, sprechen Sie uns bitte an. Es ist wichtig, dass eine Fachperson die Ursache der Schmerzen herausfindet. Es gibt physikalische Methoden zur Schmerzlinderung und auch Medikamente, die sich mit dem Stillen vertragen. Bitte nehmen Sie bei Bedarf Rücksprache mit uns, Ihrer Hebamme oder Ihrem Frauenarzt/-ärztin.

  • Schmerzmittel sollten so niedrig wie möglich dosiert und nur so lange wie nötig eingenommen werden.

Schnuller und Künstlicher Sauger

Schnuller und Sauger haben verschiedene Auswirkungen auf das Stillen und die Milchbildung. Saugt ein Kind an einem Schnuller, unterscheidet sich das von dem Saugen an der Brust. Der gesamte Mund ist passiv. Bei Flaschengabe tropft dem Kind ohne eigenes Zutun Milch in den Mund, so dass es beinahe nur schlucken muss. Während der ersten vier bis sechs Lebenswochen kann es geschehen, dass das Baby dieses veränderte Saugverhalten an der Mutterbrust ausprobiert. Durch dieses falsche Saugmuster kommt es zu wunden Brustwarzen, mangelnder Milchentleerung, Milchstau, verminderter Milchentwicklung und somit im weiteren Verlauf zum vorzeitigen Abstillen. Kinder werden weniger häufig angelegt wenn sie einen Schnuller erhalten. Das beeinträchtigt die Gewichtsentwicklung beim Kind und bei der Mutter die Milchproduktion. Aus diesen Gründen werden im Marien Hospital keine Schnuller ausgegeben.

Zufütterung

Muttermilch enthält alle wichtigen Nahrungsbestandteile, die der Organismus des Neugeborenen für Wachstum und Entwicklung benötigt. Die Kalorienzahl ist ebenfalls auf seine Bedürfnisse abgestimmt. Muttermilch ist biodynamisch und nicht reproduzierbar. Sie enthält pro Milliliter ca. 4.000 lebende Zellen, die sich besonders positiv auf das Immunsystem und die Hirnentwicklung auswirken.

Während einer Stillmahlzeit verändert sich z.B. der Fettgehalt der Muttermilch. Zu Beginn ist die Muttermilch reich an Kohlenhydraten und wässrig, um den Durst zu löschen. Danach wird sie fettiger und kalorienreicher. Kinder nehmen so rascher an Gewicht zu und sind länger satt.  Zufüttern von Wasser, Tee oder Babynahrung ohne medizinische Gründe, wirkt sich negativ auf das Stillen und die Gesundheit des Babys aus. Babys können übersättigt sein, die Brust wird nicht mehr ausreichend entleert, die Stillfrequenz verringert sich.

Brustmassage nach Plata Rueda (Kolostrummassage)

Die Handflächen werden ober - und unterhalb der Brust aufgelegt. Durch leichtes entgegengesetztes Verschieben des Brustgewebes massiert die Frau ihre Brust, einmal horizontal (Bild 1), dann vertikal (Bild 2). Anschließend streicht man vom Ansatz her rund um die Brust sternförmig bis über die Mamille. Dies fördert den Milchspendereflex. Ein leichtes Schütteln der Brüste lockert das Gewebe.

Brustmassage nach der Marmet-Methode

Jede Technik zum Handausstreichen muss sanft sein, um das Brustgewebe nicht zu verletzen. Die Marmet-Methode verbindet sanftes Ausstreichen der Milch mit Brustmassage, Streicheln und Schütteln. Mit dieser Methode wird der Milchspendereflex ausgelöst. Vor der Brustmassage Händewaschen nicht vergessen. Leichte Wärme vor der Massage verstärkt den Effekt.

Schritte der Methode:

  • Die Brust mit zwei bis drei Fingern in kleinen kreisenden Bewegungen von außen nach innen mit sanftem Druck massieren.

  • Mit der Handfläche über die gesamte Brust und die Brustwarze hinweg streicheln, dass diese sich aufrichtet.
  • Oberkörper etwas vorbeugen und die Brüste etwas schütteln
  • Zum Entleeren der Brust anschließend Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger etwa zwei bis vier cm hinter die Brustwarze legen, der Daumen liegt dabei oberhalb der Mamille, so dass die Finger ein „C“ bilden.
  • Waagerecht in Richtung Brustkorb drücken
  • Daumen und Zeigefinger nach vorne rollen und diese Bewegung rhythmisch wiederholen.
  • Finger und Daumen um die Milchkammern herumwandern lassen, um auch die anderen Kammern zu entleeren. 

Anwendung: 
Circa 3 Minuten vor dem Entleeren der Brust, zum besseren Entleeren der Brust per Hand und nach Bedarf.


Ernährung in der Stillzeit
Worauf Sie achten sollten...

Die Qualität der Muttermilch lässt sich durch Ihre Ernährung kaum beeinflussen. Ebenso hängt die Muttermilchmenge nicht von Ihrer eigenen Trinkmenge ab. Allerdings macht Stillen durstig. Dieses Durstgefühl sollten Sie nicht ignorieren.

Der Kalorienbedarf einer Stillenden erhöht sich um 500 bis 800 Kcal pro Tag. Diäten sind also nicht nötig, um die erworbenen Pfunde wieder loszuwerden.

Empfehlenswert ist eine ausgewogene und abwechslungsreiche Mischkost.  Spezielle Verbote für bestimmte Lebensmittel, z.B. Zitrusfrüchte, gibt es nicht. Sie dürfen alles essen und trinken was Sie möchten. Die Nahrungsmenge sollte in fünf bis sechs kleine Mahlzeiten aufgeteilt werden, um Blutzuckerabfälle zu vermeiden. Eine Kolik beim Baby erfordert in der Regel keine Kostumstellung bei der Mutter; sie hat andere Ursachen. Bei veganen oder makrobiotischen Ernährungsformen wenden Sie sich bitte an uns.

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