Ist die Durchtrittsstelle der Speiseröhre durch das Zwerchfell größer als anatomisch notwendig, spricht man von einem Zwerchfellbruch. Hierbei kann es zu einem Hochrutschen des Übergangsbereiches zwischen Speiseröhre und Magen kommen. Daraus resultiert dann in den meisten Fällen das Krankheitsbild einer Refluxerkrankung. In Abhängigkeit von der Größe der Bruchpforte kann es zudem zum Durchtritt weiterer Magenanteile kommen bis hin zu einer kompletten Verlagerung des Magens in den Brustkorb. Übliche Symptome eines solchen Befundes sind Schluckbeschwerden, Luftnot oder Anämie (Blutarmut). Ein Thoraxmagen stellt eine Operationsindikation dar.

Reflux-Diagnostik

Im Rahmen eines ambulanten Termins kann in unserer Klinik das komplette Spektrum einer Refluxdiagnostik durchgeführt werden (Gastroskopie, 24 Stunden pH-Metrie, Ösophagusmanometrie, Restech® - Messung zur Abklärung eines laryngo-pharyngealen Refluxes sowie Bildgebung mittels Ösophagusbreischluck oder Computertomografie).

Reflux-Therapie

In Abhängigkeit der erhobenen Befunde werden wir im Rahmen einer ausführlichen Befundbesprechung eine individuelle Therapie empfehlen. Die Therapie einer Refluxerkrankung umfasst bei uns folgende vier Bereiche:
 

Hierbei geht es zum einen um das Vermeiden von Reflux auslösenden Speisen und Getränken, zum anderen um eine Gewichtsreduktion bei bestehendem Übergewicht und eine absolute Nikotinkarenz bei Nikotinkonsum.

Die medikamentöse Therapie besteht in der Regel aus der zeitlich begrenzten Einnahme von sogenannten Protonenpumpeninhibitoren. Ebenso kann in der medikamentösen Therapie Natriumalginat eingesetzt werden.

Bei der logopädischen Therapie werden gezielte Atemübungen erlernt, welche das Zwerchfell stärken und somit dem Reflux entgegenwirken können. Die Therapie sollte für mindestens drei Monate durchgeführt werden, um einen Behandlungserfolg wahrnehmen zu können.

In unserer Klinik wird eine von uns entwickelte Operationsmethode bei der Versorgung von Zwerchfellbrüchen durchgeführt. Nachdem sich durch entsprechende Präparation der hochgerutschte gastroösophageale Übergang und im Falle eines Thoraxmagens der gesamte übrige Bruchinhalt wieder im Bauchraum befinden, wird zunächst die Bruchlücke vernäht. In Abhängigkeit von der Größe der Fläche des Bruches wird das Zwerchfell zusätzlich durch ein Netz verstärkt. Der physiologische Winkel zwischen Speiseröhre und Magen (His'scher Winkel) wird durch Nähte zwischen Speiseröhre und Magen wieder hergestellt. Im Gegensatz zu einer Fundoplicatio muss hierzu weder ein Teil des Magens aus seiner natürlichen Umgebung herausgelöst werden, noch wird eine Manschette um die Speiseröhre gelegt. Zum Abschluss der Operation erfolgt die Gastroskopie um das Ergebnis der Operation beurteilen und dokumentieren zu können.
Diese Operation wird in unserer Klinik roboter-assistiert mit dem DaVinci® - System durchgeführt.