Die Prostata im Überblick:

Was ist die Prostata? Wofür braucht man die Prostata?

Die Prostata (5), auch Vorsteherdrüse genannt, ist ein kastaniengroßes Organ, das zwischen Blase (1) und Beckenboden des Mannes liegt. Sie umschließt einen Teil der Harnröhre (7) und in ihr münden die Samenleiter (3).

Die Prostata besteht aus Drüsen, Bindegewebe und Muskulatur, wobei der Drüsenanteil der Prostata Sekrete für die Samenflüssigkeit produziert. Die Muskulatur der Prostata wiederum ist am Ausstoß der Samenflüssigkeit beteiligt. Mit der Pubertät beginnt die Prostata zu wachsen. Sie erreicht bei 20-Jährigen etwa die Größe einer Kastanie und wird bis etwa zum 40. Lebensjahr nur leicht größer. Ab diesem Alter beginnt sich die Prostata dann aber zu verändern, was bis zum 80. Lebensjahr praktisch alle Männer betrifft. Neben der Prostata laufen auf beiden Seiten Nervenstränge (neurovaskuläre Bündel), die u. a. für die Erektion zuständig sind. Die Hauptfunktion der Prostata ist die Mitbildung von Samenflüssigkeit. Diese transportiert beim Samenerguss (Ejakulation) die Samenzellen (Spermien) zu ihrem Bestimmungsort. Ab der Pubertät findet unter dem Einfluss des Geschlechtshormons Testosteron ein vermehrtes Wachstum der Prostata statt. Dabei kann es zu einer Einengung des durch die Prostata verlaufenden Harnröhrenteils kommen. Dies führt unter Umständen zu einer Urinabflussbehinderung aus der Blase. Beschwerden wie eine Abschwächung des Harnstrahls, häufiges Wasserlassen und nächtliches Wasserlassen können die Folge sein. Diese Symptome werden dann als benignes Prostatahyperplasiesyndrom (BPS) bezeichnet.

Ab wann können Prostatabeschwerden auftreten?

Prostatabeschwerden können in jedem Alter auftreten. Die klassische Vorstellung, dass Prostatabeschwerden eine Krankheit älterer Männer ist, trifft nicht zu.

Sicherlich ist im Alter die Vergrößerung der Prostata ein typisches Symptom einer veränderten Prostata. Doch gibt es gerade auch bei jungen Männern Erkrankungen des Organs. Entzündliche Veränderungen sind schmerzhaft und als Vergrößerung der Prostata tastbar.

Jeder zweite Mann erkrankt an einer gutartigen Vergrößerung der Prostata mit mehr oder weniger starken Beschwerden. Doch kann ein Betroffener aufgrund der Beschwerden keinerlei Rückschlüsse auf die Art oder Schwere einer Prostataerkrankung ziehen. Während der Prostatakrebs in Japan zu den seltenen Erkrankungen zählt, ist das Prostatakarzinom in Deutschland jedoch seit Jahren die häufigste Krebsart bei mehr als 40 %.

Wie kann man Veränderungen der Prostata früh erkennen?

Es gibt eine einfache und zuverlässige Untersuchungsmethode, die Prostatakrebs in einem frühen Stadium erkennt. Das ist der PSA-Bluttest. Der Bluttest bestimmt das prostataspezifische Antigen (PSA). Durch diese Untersuchung kann eine bösartige Prostataerkrankung früh erkannt werden. So können Behandlungsmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden. Denn mit der PSA-Blutuntersuchung kann ein Prostatakarzinom drei bis vier Jahre, bevor es überhaupt tastbar ist, identifiziert werden. Je früher ein Prostatatumor entdeckt wird, umso besser die Heilungschancen. Weil die Möglichkeiten der Früherkennung nur unzureichend genutzt werden, erfolgt die Diagnose oft erst spät und in einem Stadium, in dem man den Krebs nicht mehr ausreichend gut behandeln kann. Gerade junge Männer sollten schon früh ihre Prostata durch den PSA-Bluttest untersuchen lassen, damit Veränderungen rechtzeitig erkannt werden. Am besten einmal im Jahr. In den USA gehört dieser Test zu den Routineuntersuchungen, was sich in einer deutlich niedrigeren Sterblichkeitsrate bei Prostatakrebs äußert. Je früher eine Veränderung der Prostata diagnostiziert wird, um so einfacher ist es, alternative Therapieformen zu entwickeln, denn eine Operation kann dann häufig umgangen werden.