Prostatahyperplasie

Allgemeines
Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist ein kastaniengroßes Organ, das zwischen Blase und Beckenboden des Mannes liegt. Durch die Prostata verläuft der obere Teil der Harnröhre, in den die vom Hoden kommenden Samenleiter einmünden. Die Prostata selbst besteht aus Drüsen, Bindegewebe und glatter Muskulatur. Ihr Anteil an glatter Muskulatur geht in Richtung Blase direkt in den Blasenhals über (innerer Schließmuskel). Direkt unterhalb der Prostata liegt der äußere, willentlich steuerbare Schließmuskel.
Neben der Prostata laufen auf beiden Seiten Nervenstränge (neurovaskuläre Bündel), die u. a. für die Erektion zuständig sind.
Die Hauptfunktion der Prostata ist die Mitbildung von Samenflüssigkeit. Diese transportiert beim Samenerguss (Ejakulation) die Samenzellen (Spermien) zu ihrem Bestimmungsort. 
Ab der Pubertät findet unter dem Einfluss des Geschlechtshormons Testosteron ein vermehrtes Wachstum der Prostata statt. Dabei kann es zu einer Einengung des durch die Prostata verlaufenden Harnröhrenanteils kommen. Dies führt unter Umständen zu einer Urinabflussbehinderung aus der Blase. Die gutartige Vergrößerung der Prostata ist zusammengefasst die häufigste Ursache einer Blasenfunktionsstörung des Mannes.

Symptome

Folgen einer gutartigen Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie, BPH) können Beschwerden wie eine Abschwächung des Harnstrahls, häufiges und nächtliches Wasserlassen sein. Außerdem beklagen viele Männer nach dem Wasserlassen das Gefühl einer nicht ganz entleerten Blase sowie ein Nachträufeln. Gelegentlich wird auch ein wiederkehrender Harnwegsinfekt und die Neigung zur Bildung von Blasensteinen beobachtet. Ein völliger Verschluss der Harnröhre, die so genannte Harnverhaltung, ist ein Notfall, der sofort behandelt werden muss.
Diese Symptome werden als benignes Prostatahyperplasiesyndrom (BPS) bezeichnet.

Diagnostik

Die für die Diagnosestellung wichtigsten Informationen liefert der Patient durch Schilderung seiner Beschwerden selbst. Mit Hilfe von international verwendeten Fragebögen lassen sich die vom Patienten beklagten Symptome klassifizieren. So gehört das Ausfüllen eines so genannten IPSS-Fragebogens (international prostate symptome score) zur Standarddiagnostik bei der gutartigen Vergrößerung der Prostata.
Dennoch sind meist weitere Untersuchungen erforderlich. Dazu gehört die Tastung der Prostata mit dem Finger durch den Enddarm. Diese in der Regel schmerzlose Untersuchung wird als digital-rektale Untersuchung (DRU) bezeichnet und ist hilfreich zur orientierenden Größenbestimmung der Prostata sowie um ein eventuell vorliegendes bösartiges Geschwulst der Prostata entdecken zu können. Mittels Ultraschall durch den Enddarm (transrektaler Ultraschall (TRUS)) lässt sich ihre Größe und in einem gewissem Umfang auch ihre Struktur bestimmen. Eine weitere Untersuchung mit Ultraschall ist die Bestimmung des Restharnes nach vorheriger Entleerung der Blase. Er liegt beim Gesunden nicht über 20-30 ml. Eine wichtige und sehr einfach durchzuführende Untersuchung bzw. Feststellung einer Urinabflussbehinderung (= Obstruktion) ist eine Messung, die als Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie) bezeichnet wird. Dabei uriniert der Patient in einen über der Toilette angebrachten Trichter, in dem sich eine kleine Messvorrichtung befindet. Mit Hilfe der dabei gewonnenen Messwerte lässt sich u. a. die maximale Urinmenge pro Zeiteinheit bestimmen. Dabei gilt ein maximaler Harnstrahl von mehr als 15 ml pro Sekunde als akzeptabel, von weniger als 15 ml/s als Zeichen einer Obstruktion.
Um eine bösartige Erkrankung auszuschließen, ist neben der Tastuntersuchung die Bestimmung des Blutwertes PSA (Prostataspezifisches Antigen) erforderlich. Dabei gilt heutzutage für Patienten mittleren Alters ein PSA über 4 ng/ml als auffällig. Auch ein Anstieg der PSA um mehr als 20 % innerhalb eines Jahres kann ein Zeichen auf einen nicht gutartigen Prozess sein. In solchen Fällen sollte eine weitere Abklärung erfolgen.
Bei auffälligem Tastbefund der Prostata oder bei Vorliegen eines erhöhten PSA-Wertes liefert die histologische Untersuchung einer mittels Biopsie gewonnenen Gewebeprobe der Prostata letztendlich Klarheit. Die Biopsie wird als ultraschall-gesteuerte Stanzbiopsie innerhalb von wenigen Minuten in lokaler Anästhesie oder auf Wunsch auch in Vollnarkose über den Enddarm durchgeführt.

Therapie

Für eine sinnvolle und erfolgreiche Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung stehen eine Reihe verschiedener Möglichkeiten zur Verfügung. Je nach Symptomatik, erhobenen Befunden, individuellen Vorerkrankungen und Wünschen des Patienten können unterschiedliche Therapien in Frage kommen. Neben den unten aufgeführten Therapieformen sind weitere, neue Therapiekonzepte in Vorbereitung.

Konservative Therapieverfahren

Verschiedene Medikamente sind zur Behandlung geeignet. Dazu zählen Pflanzenpräparate (so genannte Phytotherapeutika), die bei leichten Beschwerden zu einer Verringerung der Symptome führen können. Alpharezeptorenblocker können den Widerstand am Blasenausgang und der Prostatamuskulatur vermindern und damit zu einer Harnstrahlverbesserung führen. 5-Alpha-Reduktasehemmer können bei großem Prostatavolumen und langfristiger Einnahme zu einer Abnahme des Prostatagewebes um bis zu 30 % führen und damit ebenfalls das Wasserlassen erleichtern. In manchen Fällen ist auch die Kombination von den verschiedenen Medikamentengruppen sinnvoll.

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