Brachytherapie des Prostatakarzinoms

Bei der Behandlung von Prostatakarzinomen hat sich gezeigt, dass ein Zusammenhang besteht zwischen der Höhe der Dosis der Bestrahlung und der Wirkung auf den Tumor. Dies bedeutet, dass eine höhere Strahlendosis mit einer höheren Möglichkeit verbunden ist, den Tumor zu kontrollieren. Neben der Strahlenwirkung auf den bösartigen Tumor müssen jedoch auch strahlenbedingte Veränderungen an umliegenden Organen berücksichtigt werden, um eine komplikationsfreie Tumorheilung zu erreichen. Es ergibt sich hieraus die Notwendigkeit, möglichst hohe Dosen im Tumor bei möglichst geringen Dosen an Enddarm und Harnblase zu verabreichen. Diese Möglichkeit ist durch die Brachytherapie gegeben.

Es wird zwischen zwei verschiedenen Varianten der Brachytherapie unterschieden, die je nach Konstellation des Prostatakarzinoms angewandt werden: Niedrigdosisstrahlentherapie („low-dose-radiation“, LDR-Brachytherapie) und Hochdosisstrahlentherapie („high-dose-radiation“, HDR-Brachytherapie).

Bei der LDR-Brachytherapie, der so genannten Seed-Therapie, setzen wir Jod-125 Seeds ein. Diese radioaktiven kleinen Stifte oder Körnchen (engl. Seeds) werden dauerhaft in die Prostata implantiert. Der Eingriff wird vorzugsweise in Vollnarkose und unter stationären Bedingungen durchgeführt. Die Seeds werden mit Hilfe dreidimensionalen Ultraschalls und unter Röntgendurchleuchtungskontrolle mittels Hohlnadeln durch den Damm in die Prostata vorgeschoben. Vor und während der eigentlichen Operation wird die Lage der notwendigen Seeds von einem Team aus Urologen, Strahlentherapeuten und Strahlenphysikern fortlaufend exakt berechnet. Nach Ablage sämtlicher Seeds erfolgt die abschließende Qualitätskontrolle und die Seed-Therapie ist beendet.

Bei der HDR-Brachytherapie werden hierfür unter Ultraschallkontrolle Hohlnadeln in die Prostata vorgeschoben. Für die Bestrahlung wird eine Bestrahlungsquelle mit kurzer Reichweite computergestützt in die Hohlnadeln eingeführt (sog. Afterloading-Verfahren). Durch Wahl der Haltepunkte und Berechnung der Verweildauer durch einen Strahlenphysiker ergibt sich eine Dosisverteilung mit geringer Belastung der umliegenden Organe und hoher Dosis in der Prostata. 
Begonnen wird die Therapie unter stationären Bedingungen mit einer HDR-Sitzung in Narkose. In Ausnahmefällen ist auch eine rückenmarksnahe Betäubung möglich. Anschließend wird eine 5- bis 6-wöchige ambulante perkutane (= durch die Haut) Strahlentherapie durchgeführt. Abgeschlossen wird die Therapie mit einer zweiten HDR-Sitzung.

Die Nachsorge erfolgt bei beiden Verfahren nach einem vorher festgelegten Schema in enger Kooperation durch den niedergelassenen Urologen, die Klinik für Strahlentherapie und durch unsere Klinik für Urologie, Uro-Onkologie und Kinderurologie.

Diese speziellen Therapieverfahren werden in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Strahlentherapie im Marien Hospital Düsseldorf angeboten. Für interessierte Patienten besteht die Möglichkeit, sich in der gemeinsamen urologisch und strahlentherapeutisch besetzten Mittwochs-Sprechstunde unabhängig über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten beim Prostatakrebs beraten zu lassen.

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